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Gesellschaft und Service 25.05.2018 09:54

Wie unterscheidet sich das Jugend- vom Erwachsenenstrafrecht?

(Artikel mit 1 Seite)
Die Justiz differenziert zwischen Erwachsenenstrafrecht und Jugendstrafrecht. Das Jugendstrafrecht soll dem Rechnung tragen, dass Jugendliche noch nicht einem voll verantwortlichen Erwachsenen gleichgestellt werden könne.

Anwalt für Strafrecht

Im Strafrecht wird unterschieden, ob eine Straftat von einem Jugendlichen oder einem Erwachsenen begangen wurde. Am Ende eines Strafverfahrens fällt dann auch die Strafe entsprechend unterschiedlich aus. Gerade für junge Straftäter ist es daher entscheidend, ob sie als Erwachsene oder Jugendliche behandelt werden. Nicht immer ist bei diesen eine eindeutige Zurechnung zu Erwachsenen oder Jugendlichen möglich, weshalb ein Hinzuziehen verschiedener Faktoren sowie eine zielführende richterliche Einschätzung von höchster Wichtigkeit sind.

Für wen gilt das Jugendstrafrecht?

Für die Frage, ob das Jugendstrafrecht Anwendung findet, ist das Alter des Angeklagten zur Tatzeit relevant. Für einen Angeklagten, der zur Tatzeit jugendlich war (14 bis 17 Jahre) gilt das Jugendstrafrecht. Auch bei Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) ist es möglich, dass das Jugendstrafrecht angewandt wird, die Entscheidung wird vom Einzelfall abhängig gemacht. Wenn der Angeklagte zur Tatzeit 22 Jahre oder älter war, ist die Anwendung des Jugendstrafrechts ausgeschlossen und es gilt das Erwachsenenstrafrecht.
Unterschiede zwischen dem Jugendstrafrecht und dem Erwachsenenstrafrecht
Der wohl größte Unterschied ist, dass die Strafen im Erwachsenenstrafrecht in der Regel deutlich höher ausfallen, als dies bei gleicher Tat im Jugendstrafrecht der Fall wäre. Prozesse mit jugendlichen Angeklagten werden zudem in der Regel nicht öffentlich verhandelt. Prozesse mit erwachsenen Angeklagten werden im Normalfall öffentlich verhandelt. Gilt der Angeklagte als Heranwachsender, kann in einer öffentlichen Hauptverhandlung verhandelt werden, die Entscheidung wird letztlich im Einzelfall getroffen.

Gründe für die Unterschiede

Der Hauptgrund dafür, dass zwischen Jugendlichen, Heranwachsenden und Erwachsenen unterschieden wird, ist, dass im Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke im Vordergrund steht. Im Erwachsenenstrafrecht liegt das Hauptaugenmerk auf der Sühne der Tat. Das erklärt auch, warum die Strafen bei Jugendlichen geringer ausfallen und durchaus mit erzieherischen Auflagen verbunden werden können. Ziel ist es, dass auf die Jugendlichen so eingewirkt wird, dass diese künftig keine Straftaten mehr begehen und ihnen nach Möglichkeit mit der Jugendstrafe nicht die Zukunft verbaut wird. Straftaten von Jugendlichen werden sehr individuell beurteilt und es wird der Entwicklungsstand des Jugendlichen miteinbezogen. Straftaten von Jugendlichen werden häufig als Ergebnis einer fehlerhaften oder fehlenden Entwicklung betrachtet. Diese Entwicklung soll durch eine Maßnahme in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Strafrechtliche Maßnahmen

Maßnahmen im Jugendstrafrecht sind Weisungen, wie zum Beispiel eine Arbeit auszuüben und an sozialen Trainingskursen teilzunehmen. Zuchtmittel sind meist Freizeitarreste, die in der Regel in die Schulferien gelegt werden. Freiheitsstrafen können bei besonders schweren Delikten aber ebenfalls verhängt werden. Diese dauern beim Jugendstrafrecht aber maximal zehn Jahre an. Lebenslängliche Verurteilungen gibt es hier selbst bei Tötungsdelikten nicht. Ein Grund für eine Freiheitsstrafe kann auch die Feststellung von „schädlichen Neigungen“ sein, bei denen das Wiederholungsrisiko als besonders hoch eingestuft wird.
Erzieherische Maßnahmen sind beim Erwachsenenstrafrecht dagegen nicht vorgesehen – obwohl auch hier der Wunsch besteht, erwachsene Straftäter wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Hier richtet sich Strafe nach der Schwere der Schuld. Auch die Frage, ob jemand zum ersten Mal straffällig geworden oder ein Wiederholungstäter ist, spielt eine wichtige Rolle.

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