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Gesundheit 28.05.2018 09:54

Wissenswertes zu den neuen Pflegegraden

(Artikel mit 1 Seite)
Warum ab 2017 Pflegegrade statt Pflegestufen? Wie erhält man einen Pflegegrad? Umwandlung der Pflegestufen in Pflegegrade und Widerspruchsrecht beim Pflegegrad.

Pflegegrade - das neue System der Pflegeversicherung

Die Pflegebedürftigkeit eines Menschen und die daraus resultierenden Pflegeleistungen wurden in Deutschland lange Zeit in Pflegestufen unterteilt. Dies hat sich geändert. Aus den früher bekannten drei Pflegestufen wurden am 01.01.2017 fünf Pflegegrade, die jetzt die Pflegebedürftigkeit eines Patienten angeben. Abhängig davon ergeben sich je Pflegegrad unterschiedliche Leistungen, die Pflegedienstleister erbringen. Die Pflegegrade sind also auch für Angehörige wichtig, die oft eine ausschlaggebende Rolle bei der Pflege einnehmen und die Aufgaben der Pflegedienstleister ergänzen.

Gründe für die neuen Pflegegrade
Die neuen Pflegegrade wurden eingeführt, damit geistige Erkrankungen und Demenz besser erfasst, gewertet und in Relation gesetzt werden können. Diese Fälle wurden bei den Pflegestufen in der Vergangenheit meist zu gering eingestuft und die Belastung der Pflege nicht oder nicht ausreichend erfasst. In den neuen Pflegegraden werden diese Erkrankungen genauer eingestuft, damit ein möglichst realistischer Pflegebedarf errechnet werden kann. Durch die neuen Pflegegrade soll daher eine bessere Vergleichbarkeit des Aufwands hergestellt werden. Auch der Bedarf an Pflegemitteln und Unterstützung wurde erneut berechnet und durch die fünf Pflegegrade nun realistischer zugeordnet.

Wie erhält man einen Pflegegrad?
Ein Pflegegrad erhält der Betroffene nicht automatisch. Dieser muss beantragt werden. Ebenso müssen der Pflegekasse gegebenenfalls Änderungen mitgeteilt werden, damit der Pflegegrad angepasst wird. Der erste Antrag auf einen Pflegegrad erfolgt formlos direkt bei der Pflegekasse. Diese beauftragt dann den Medizinischen Dienst der Krankenkasse oder einen unabhängigen Prüfer, die der Selbstständigkeit und Pflegebedürftigkeit des Antragstellers nachgehen. Hinzu kommt die Einschätzung eines Gutachters. Dessen Ergebnis und die Beurteilung des Dienstes der Krankenkasse geben der Pflegekasse einen Anhaltspunkt. Diese fällt daraufhin die Entscheidung über Anerkennung oder Ablehnung des Pflegegrades. Wenn sich der Pflegegrad ändert, muss ebenfalls ein Antrag gestellt werden und die Pflegebedürftigkeit beziehungsweise Selbstständigkeit wird erneut geprüft. Bei der Frage, ob die Pflegebedürftigkeit sich derart verändert hat, dass eine erneute Begutachtung sinnvoll ist, kann auch der Pflegedienst helfen. Wenn es noch keinen betreuenden Pflegedienst gibt, kann ein Gespräch mit dem Arzt helfen.

Umwandlung der Pflegestufen in Pflegegrade
Patienten, die bereits in eine Pflegestufe eingeordnet waren, werden nicht erneut begutachtet, außer dies wird aufgrund von Veränderungen beantragt. Die alten Pflegestufen werden anhand der bisherigen Gutachten in die neuen Pflegegrade umgewandelt. Die Patienten und Angehörigen müssen dies nicht selbst beantragen, werden aber von der Pflegekasse über die Umwandlung informiert. Auch bisher nicht berücksichtigte Fälle können nun in den Pflegegrad eins eingeordnet werden. Es kann sich daher lohnen, einen erneuten Antrag zu stellen, wenn dieser in der Vergangenheit abgelehnt wurde und die Pflegekasse den Patienten nicht automatisch, ohne erneute Aufforderung, in den Pflegegrad eins einordnet.

Widerspruchsrecht beim Pflegegrad
Der Bescheid über den Pflegegrad wird per Post zugestellt. Wenn der Betroffene nicht einverstanden ist, hat er eine Frist von vier Wochen, um Widerspruch einzulegen. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn Gutachten nicht beachtet wurden oder es sich um eine sehr knappe Entscheidung handelt. Diese kann durch einen Widerspruch unter Umständen noch zugunsten des Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen geändert werden.

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